Frage: Hand aufs Herz: Wie häufig werden Ihnen die „Häufig gestellten Fragen“ tatsächlich gestellt?
Seit ich nicht mehr pseudonym lebe und auf Lesereisen gehe – ziemlich oft. Aber die häufigste Frage stelle ich mir immer noch selbst: Warum, Frau Chaplet, haben Sie erst so spät im Leben mit etwas angefangen, das Ihnen offenbar mehr Spaß macht als alle Jobs Ihres Lebens zusammen (und da war ja einiges los)?
Meine kleinlaute Antwort: Das übliche Gezappel und Gezauder, das ewigweibliche „Kann ich nicht“ und „Traue ich mir nicht zu“.
Frage: Und wie kam es dann trotzdem 1998 zum Erscheinen von „Caruso singt nicht mehr“?
Antwort: Ganz einfach - es war ein heißer Sommerabend im August 1996, eine blonde Fee kam vorbei, legte mir sacht die Hand auf die Schulter und sagte...
Im Ernst: ich saß mit meiner Freundin Antje Kunstmann in Frankfurt beim Thailänder in der Kiesstraße in Bockenheim und hatte ein Problem. Nach zehn Jahren gründlichem Studium des Kriegs war mir nach Abwechslung. „Was soll ich dir schreiben“, fragte ich sie, „abends, wenn mir der Krieg zum Hals raushängt? Ein Büchelchen à la ‚Endlich über 50’?“
Sie lächelte mild. „Das haben wir schon vor drei Jahren abgehakt. Was man schreiben müßte...“
Kunstpause. Sie sah mich an. Ich sah sie an.
„Einen Krimi!“
„Das könnte ich nie!“ habe ich gesagt. Im selben Moment wußte ich, welche Geschichte ich schreiben mußte.
„Ausprobieren!“ Antje guckte spöttisch.
Und am nächsten Abend habe ich angefangen.
Diese Geschichte ist übrigens nichts als die Wahrheit...
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